Gedenken
In Minsk erinnern heute mehrere Denkmale an die ermordeten Jüdinnen und Juden des dortigen Gettos. Bereits 1946 entstand auf dessen Gelände auf Initiative von Überlebenden mit der „Jama“ (d.h. Grube) ein Ort der Erinnerung an die hier ermordeten Bewohner des Minsker Gettos. Es handelte sich dabei um jenen Ort, an dem am 2. März 1942 rund 5.000 Jüdinnen und Juden erschossen worden waren - unter ihnen zahlreiche Kinder. Dieses Denkmal war eines der sehr wenigen, das in der ehemaligen Sowjetunion eine Inschrift auf Jiddisch trug und ausdrücklich Jüdinnen und Juden als Opfer des Völkermords benannte. „Ein helles Gedenken auf ewige Zeiten den 5.000 Juden, umgekommen von der Hand der grausamen Feinde der Menschheit - der faschistisch-deutschen Verbrecher, 2. März 1942.“
In den Jahrzehnten danach drohten die sowjetischen Behörden häufiger an, das Denkmal zu entfernen oder die gesamte „Jama“ zuschütten zu lassen. Erst nach Auflösung der Sowjetunion konnten hier ab 1992 Gedenkfeiern abgehalten werden. Mitte der 1990er-Jahre entstand zudem eine „Allee der Gerechten der Völker“ mit Bäumen, auf denen die Namen von Menschen verzeichnet sind, die der jüdischen Bevölkerung damals Hilfe leisteten. Im Juli 2000 wurde die Gedenkstätte um ein weiteres Element erweitert, als die Künstler Leonid Lewin und Else Pollack eine Skulptur schufen, die 27 Gettobewohner zeigt, wie sie vor ihrer Erschießung in die Grube hinabsteigen. Am Beginn dieser Treppe steht zudem eine Menora aus rötlichem Stein.
Auf dem Gelände des wenige Straßen entfernten ehemaligen jüdischen Friedhofs stehen mehrere Gedenksteine zur Erinnerung an deutsche Jüdinnen und Juden, die nach Minsk deportiert und in Maly Trostenez ermordet worden sind. sie erinnern unter anderem an Opfer aus Hamburg, Berlin, Wien und Königsberg.[1]
Fußnoten
[1] https://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/290/Jama-%E2%80%93-Denkmal-f%C3%BCr-die-ermordeten-Juden-des-Minsker-Ghettos (20.9.2021).